2017-12

31.12. 2017
An alle die dieses Jahr bei uns waren, an alle die regelmässig oder unregelmässig meine Stories lesen und an alle die an unserem tollen Leben irgendwie teilnehmen:
Vielen herzlichen Dank. Danke, dass ihr dieses Jahr mit uns gegangen seid.
Unser Leben ist ein Abenteuer, aber so ist jedes Leben. Es kommt nur drauf an wie man es sieht.
Eine S-Bahnfahrt in Düsseldorf kann genauso abenteuerlich und interessant sein wie ein Tauchgang an Protea Banks.
Alles hängt davon ab wie bewusst man seinen Tag verbringt und wie man seine Umgebung in sich aufnimmt und für sich verarbeitet.
Kleine Abenteuer und grosse Abenteuer sind die Gewürze unseres Alltags und machen unser Leben interessant.
Ein bisschen Mut und etwas Zivilcourage , mal raus aus dem gewohnten Alltag, Augen auf , Geist offen, leben und leben lassen.
Ich weiss nicht wie oft andere Leute leben, aber ich lebe nur einmal und mach das Beste draus.
Das ist einfach gesagt denn ich habe auch meinen Stress, meine Verzweiflung und meinen Frust. Meine Ängste und meine Leidwesen.
Aber wir arbeiten dran.
Beulah ist äusserst positiv eingestellt. Oft stecken wir unsere Köpfe in den Sand wenn es um Dinge geht die wir nicht ändern können. Wir versuchen das Richtige in jeder Situation zu tun und wenn es uns gut geht ,lassen wir andere Leute die unser Leben mit uns verbringen auch daran teilhaben.
Auf Bali haben wir viel über Karma gelernt. Da ist sicher was dran !!!
Wir wünschen Allen ein super gutes neues Jahr 2018
Es wird garantiert ein Hammer-Jahr.

30.12 2017
Das Tauchen ist sagenhaft . Gestern hatten wir 30m Sicht, 24° Wassertemp und alles voller Hammerhaie. Supp hat ein Video gemacht das ich demnächst hochlade. Der Wahnsinn !!!
Ausser Hammerheads gab es Gitarrenhaie, Bullenhaie und Schwarzspitzen Haie. Auch einer Gruppe Delfine sind wir unter Wasser begegnet.
Gestern hatten wir 5 Tauchausfahrten, Heute nur noch 5 Taucher. Morgen wieder zwei volle Boote. So geht es die ganze Zeit.
Unser Ort ist voller Urlauber. Die Strassen sind meistens total überlastet. Oft stehen die Autos von Margate bis Shelly Beach. Wer sich auskennt fährt durch die Wohngebiete und kann wenigstens in den dritten Gang schalten. Man kommst sich vor wie auf Bali…Für 20km braucht man eine Stunde….
Noch knapp eine Woche und der Ort ist wieder ausgestorben…
Kurz vor Weihnachten mussten wir noch ein Schwimmbad reparieren. Es hatte eine kaputte Leitung im Boden wo das Wasser rauslief. Normalerweise schicke ich meine Boys zu diesen Jobs, aber aus irgendeinem Grund dachte ich, ich müsste dabei sein.
Zugucken geht nicht, also nehme ich die Schaufel und misch richtig mit.
Ich dachte mir schon, dass ich sicher Muskelkater bekommen werde, aber…..
Alter !!! Ich bin mit einem Mega-Hexenschuss aufgewacht.
Ich konnte kaum auf den Beinen stehen ,und es wurde täglich schlimmer.
Also ging ich mal zum Chiropraktiger um mich wieder einrenken zu lassen. Das hat ein bisschen geholfen, aber ein Hexen-Super-Donnerschlag-Schuss ist eher ein Muskel Problem.
Au, sagt dann die nette Dame an der Rezeption, wir haben auch eine professionelle Masseuse. Die ist super gut. Das wird dir helfen.
Mach eine Buchung für eine Rückenmassage. Nimm dir Zeit aus. Das ist deine Stunde, sagt sie. Geniess es. Gönn dir das Wohlgefühl.
Hmmm. In 58 Jahren habe ich noch nie eine Massage bekommen. Das ist doch was für Sissies, oder ?
Aber so eine Stunde mal sich so richtig wohl fühlen klingt schon verlockend..
Soll ichs riskieren ?
Na gut. Ich rufe die Masseuse an und mache eine Buchung für den nächsten Tag.
Ich komm dahin und finde eine junge, kanz winzige, liebe Inderin.
Wenn das die Masseuse ist kanns nicht so schlimm werden, denke ich und folge ihr in ihren ebenso winzigen Arbeitsraum.
Sie stellt mir ein paar Fragen über meine Gesundheit etc und danach muss ich mein Hemd ausziehen und mich auf eine Pritsche legen. An einem Ende ist ein Kopfkissen, am anderen Ende ein Loch in der Mitte.
Hööö ? Wie muss ich mich denn hier hinlegen ? Okay, heisst es, Gesicht ins Loch und Füsse aufs Kopfkissen. Echt ? Na gut. Es soll MEINE Stunde des Wohlgefühls werden.
Let’s do it.
Die Kleine fängt dann langsam an meinen Rücken zu – wie soll man das beschreiben- kneten , vielleicht ? Ganz okay erstmal.
Aber die Kneterei nimmt dann schnell in der Intensität zu. Immer noch ganz nett.
Dann kommen die Handballen zum Einsatz. Hoch und runter auf meinem armen Rücken. Kaum zu glauben was so ein winzig kleiner Mensch an Kraft aufbringen kann.
Es ist sicher nötig, denn mein ganzer Rücken ist verknotet. Zuviel Stress und so.
Nach dem Handballen Einsatz werden die Daumen ausgefahren. Alter…jetzt wirds aber bald unangenehm. Junge, Junge.
Aber das war noch gar nix. Wohl erst die Aufwärmphase. Joooh.
So langsam bricht mir der Schweiss aus.
Nach den Daumen kommen die Krallen hervor. Jesses, ich sterbe fast vor Schmerzen..
ich dachte, es wird vielleicht so leicht Teig geknetet und dann ein angenehmer Handkantenschlag zum Auflockern….FALSCH. OPA !!
Dieses kleine 1.5m Mädchen lässt ihren ganzen Frust an mir ab. Alter, ich geh kaputt.
Von wegen MEINE STUNDE….ohje, ohje…
Dann kommen die Ellenbogen hervorgefahren. Das ist der ultimative Schmerz.
Natürlich sag ich nix und mach auch keinen Mucks. Mmmhpf, mmmhpf hör ich mich leise durch mein Gesichtsloch stöhnen.
Die Alte ist ein Tiger !!! Und die frisst mich lebendig auf….
Aber als echter Hai-Taucher wird nicht geschrien und nicht um Gnade gebettelt.
No way. Ein Indianer kennt keinen Schmerz !!
Wie lange kann bloss eine Stunde dauern… ich werde zerfetzt… der Spruch, dass das Leben zu kurz ist, ist total relativ. Das Leben dauert viel zu lange wenn du auf ‚Terishas’ Pritsche liegst..
Das Ende kam Gottseidank vor der Bewusstlosigkeit.
Ich habe meine 250 Rand bezahlt und jede Faser meines Körpers angestrengt damit ich scheinbar als Abenteurer aus der Praxis marschierte.
Tief im Inneren war ich psychologisch schwerverletzt und physisch im Eimer.
Mein Rücken tat so weh, das von meinem alten Hexenkanonenschuss nix mehr zu spüren war…Alter….au Mann !!
Ich muss am Mittwoch nochmal kommen…..vielleicht in 58 Jahren wieder…..
„Das ist deine Stunde“ , sagte die Alte an der Rezeption,“ gönn es dir und geniess die Auszeit“… haaaah. Die haben mich reingelegt.
Nachtrag : am nächsten Tag fühlte ich mich bedeutend besser, Rückenschmerzen fast weg. Zwei Tage später bin ich noch ein bisschen verkatert aber sicher um 80% besser.
Massage ? Not for Sissies !!!

24.12. 2017
Ein super Tag Heute so wie es sich gehört für den Heilig Abend.
Super Tauchen, gutes Geschäft und tolle Leute. Vier Ausfahrten haben wir gemacht.
Jetzt sitz ich zu Hause am Schwimmbad und wenn es zu heiss wird lass ich mich einfach reinfallen…
Währenddessen unterhalte ich mich äusserst vergnügt mit Fabian aus Düsseldorf der als Weihnachtsgeschenk einen neuen Sohn von seiner lieben Frau Svenia erhalten hat. Klar ist dieser Glückspilz im siebten Himmel.
Best Christmas ever.
Wir freuen uns mit Fabian und Svenia und warten natürlich darauf, dass der Kleine zu einem furchtlosen Rebreather Taucher heranwächst wie sein Vater.
Svenia backt uns immer die Hai Plätzchen die an unserem Stand auf der BOOT so beliebt sind.
In wenigen Wochen ist es wieder soweit.
Wir von African Dive Adventures wünschen allen unseren Tauchfreunden ein hammermässiges Weihnachtsfest.
Ich habe schon 8 Geschenke für Beulah unter unseren Baum gelegt. Bald gehts los mit dem Auspacken…
Alter, was bin ich gespannt….wow…

23.12. 2017
Wieder mal so ein Tag…ohne den es auch gegangen wäre…
Als wir Heute Früh um 4h30 Uhr aufwachten war es schön hell, Sonne im Anmarsch.
Und so war auch der Wind. Wir rufen um 5 im Hafen an. Ja, ungemütlich wirds schon werden, heisst es , aber der Hafen ist erstmal offen.
Na gut. Wir fahren zum Shop und machen alles fertig.
Der Wind frischt auf.
Es ist ja jetzt Weihnachts-Hochsaison. Das heisst, die Taucher sind in Urlaubsstimmng und dürfen machen was sie wollen während wir weiterhin unsere beste Seite zeigen und 100% professionell auftreten müssen. Oder so.
Dann kommen die ersten Taucher am Shop an. Taucher die gebucht sind sagen , sie wollen Heute nicht tauchen. Andere die nicht gebucht sind kommen um zu sehen ob es Platz gibt. Nach kurzer Zeit blickt keiner mehr durch.
Wir begeben uns alle zum Hafen und dort werden erstmal Weihnachtsbilder gemacht. Alldieweil arbeitet der Wind fieberhaft daran das Meer zu verwuscheln…
Als ich dann nach einiger Zeit frage was denn los ist und wann wir endlich loslegen springen plötzlich wieder drei Taucher ab. Keine Lust mehr, heisst es.
Es ist wirklich kein Spaziergang mehr da draussen und ich entscheide, dass wir das Tauchen für Heute absagen. Ja super…
Dann haben wir noch mehr Zeit für lästige Weihnachtsfotos…
Ich bin jetzt aber ziemlich genervt und will eigentlich nur noch nach Hause zu meinen Hunden. Dann klingelt das Telefon. Man hat letzte Nacht in unser Strandapartment eingebrochen.
Das ist der zehnte Einbruch in dieser Apartmentanlage seit vier Wochen. Absoluter Hammer.
Die einheimischen Gäste wollen sofort ausziehen. Verständlich. Ich gebe ihnen das Restgeld für die letzten Tage zurück. Kein Thema.
Nach Weihnachten kommen neue Gäste und wir müssen was tun.
Es ist Samstag, ein Tag vor Weihnachten….
Zum Glück habe ich einen Handwerker den ich jederzeit anrufen kann.
Während ich auf ihn warte ruft mich ein Freund an.
Sein weisser Husky Hund wurde Gestern von einer Schlange gebissen und ist gestorben. Er ist total aufgelöst….
Wir fahren zur Wohnung und installieren neue Beams für die Alarmanlage.
Es dauert den ganzen Tag.
Zwischendurch fahr ich zur Polizeistation und beschwere mich, dass uns niemand hilft. Zehn Einbrüche in vier Wochen ist doch lächerlich. Wenn ich Zeit hätte und kein Geschäft hätte würde ich mal ein paar Nächte mit meiner Kanone dort verbringen und das Rattennest aussortieren. Das wäre eigentlich Polizeiarbeit, aber die haben dazu keine Lust…und ich habe Hochsaison, Alter.
Abends komm ich dann nach Hause und hau mich in den Fernsehsessel mit ein paar Bier.
Nach kurzer Zeit kann ich der Müdigkeit nicht widerstehen und falle in einen Fernsehschlaf.
Plötzlich schreck ich hoch, das halbausgetrunkene Bier spritzt überall hin. Was hat mich so oberhart geweckt ?
Ich bin plötzlich hellwach und sehe noch gerade den Schwanz vorbeiziehen.
Sie Hunde sind in Angriffsposition, Beulah weiss nur, dass was nicht stimmt und macht so ihr weibliches Gebaren.
Jep. Eine Schlange ist in meinem Haus !!
Der absolute Alptraum.
Tu doch was, heisst es. Die Hunde müssen sofort ins andere Zimmer, heisst es.
Die Tür zu, heisst es…
Und da steh ich jetzt alleine im Raum mit einer schwarzen Schlange irgendwo.
Schwarze Schlange ? Schwarze Mamba ? Fuuuuck….
Au Mann….Ich hab Angst wie Sau. … und ich habe keine Wahl, ich muss was machen. Man kann ja nicht einfach eine Schlange im Haus lassen und ins Bett gehen, oder ? Der Gedanke war schon da, aber dann würde das Problem nicht verschwinden….
Niemand da um mich zu unterstützen. Vielleicht könnten die Hunde mir ein bisschen Mut machen ? Aber nein, meine Frau lässt die Hunde nicht ins Zimmer. Nur ich soll da sein, echt du ! Ganz alleine.
Die Haare stehen mir zu Berge. Muss dieser scheiss Tag tatsächlich so enden ?
Wo krieg ich bloss den verdammten Mut her. Ich muss was tun..
Ich nehm den Schürhaken vom offenen Kamin und mach mich zaghaft an die Arbeit.
Die alte Schlange hat sich zwischen den Holzscheiten versteckt. Ein Scheit ums andere werden weggeschubst während meine Nerven total verbogen sind.
Mehr Mut, Alter, du brauchst mehr Mut..
Dann sehe ich den Schwanz wieder. Ein Riesenvieh…..
Schwitz. Gänsehaut am ganzen Körper. Alter !!
Ich muss was machen, egal wie .
Meine Schürhaken sind zu kurz. Da könnte sie mich vielleicht erwischen.
Eine Axt steht auch neben dem Kamin. Ich könnte sie mit der Axt in zwei Teile hacken, aber das ist keine Option. Das Tier muss aus meinem Haus raus und in sein eigenes Haus schlittern. Verdammt.
Okay, Alter. Du musst ran.
Zaghaft zieh ich an diesem Schlangenschwanz und wie erwartet wird sie stinkesauer. Die alte Schlange schlängelt sich in der Gegend rum, und der Kampf beginnt.
Jetzt kann ich nicht mehr zurück sonst springt sie vielleicht auf mich, mir an den Hals, oh Gott, oh Gott. Ein bitterer Zweikampf hat begonnen. Ich darf sie auch jetzt nicht verlieren sonst ist sie weg und für immer in meinem Haus.
Auf der anderen Seite der Glastür steht Beulah auf dem Sofa und hält angespannt die Hänge vor den Mund. Die Hunde beschützen sie. Ja traumhaft…und wer kümmert sich um mich ?
Keine Zeit für Romantik. Die Mamba muss raus. Aus meinem Haus.
Sie dreht sich und schlängelt sich, man weiss nicht wo vorne und wo hinten ist. Diese Schlange ist voll aggro gegen mich.
Mein Schürhaken funktioniert und ich kann sie langsam rausziehen. Au Mann das Vieh hört gar nicht auf.
Zitternd, schwitzend und bebend vor Angst krieg ich das böse Tier langsam zur Tür hin und dort nochmal ein grosser Schubs und sie ist draussen. Die Tür fliegt zu, so schnell und so hart sie fällt fast aus den Angeln.
Es ist geschafft. Ich habe mal wieder meinen allmächtigen , männlichen Mut erwiesen. Und die Schlange kann jetzt auch nach Hause und dort im Gebüsch irgendwo Weihnachten feiern.
Ja, Alter…und so ging ein aufregender Tag zu Ende.

17.12. 2017
Also Weihnachten steht wieder vorne auf der Liste. Nach einem durchschnittlichen Tauchgang mit etwa 300 Hammerhaien und 4 Gitarrenhaien – scheiss Sicht, viel Schwimmen, viel Anstrengung – kam ich früh nach Hause. Hier bin ich besonders sonntags am Liebsten. Supp, mein Freund aus Heilbronn und seine Lolle kamen mit als ich die glücklichen Hunde an den Strand nahm. Es wurde ein Mammut-Spaziergang. Fast 2 Stunden lang im Sand marschiert…
Aber wir haben es genossen und die Hunde waren total fertig. Haben danach den ganzen Nachmittag gepennt.
Ich auch. Ich lag auf meinem Liegestuhl vor meinem neuen Gartenhaus nachdem ich mich im Pool erstmal abgekühlt habe.
Es ist ja schliesslich Weihnachten !!!
Gegen Spätnachmittag wurde der Grill angefeuert . Spätzle, Kartoffelsalat und dicke Steaks gebraten. Jo.
Während ich auf den Grill wartete baute ich unseren Weihnachtsbaum auf.
Schliesslich gehört das zu Weihnachten. Was wäre Weihnachten ohne einen Christbaum ?? Unvorstellbar, oder ?
Noch schlimmer wäre es wenn es keine Geschenke geben würde. Oder wenn es keinen Baum UND keine Geschenke geben würde.
Der fiese Dieter text mir gerade, dass er schon all seine Geschenke hat…
Jo…ich muss nochmal los nächste Woche…
Anyway, ich nutzte also die Zeit solange die Holzkohle zündete um unseren Christbaum aufzubauen. Dabei bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen.
Alter !!
Bis endlich all die Ästchen richtig gebogen waren und die drei Teile nahtlos ineinander passten….ufff… die alten Chinesen haben sich bei der Herstellung meines Baumes richtig Mühe gemacht…
Tssss…Weihnachten im Sommer….so ein Quatsch.

16.12. 2017
Eigentlich wollte ich mal wieder über das Tauchen berichten, aber wir waren mal wieder vom Wind geplagt. Diese Woche war ruhig fuer uns, d.h. wir sind nicht getaucht.
Ansonsten war es eine hektische Woche.
Montag Morgen bin ich aufgewacht und habe gemerkt, dass Weihnachten vor der Tür steht.
Ja super !!! Wiedermal kein einziges Geschenk auf Vorrat.
Der Stresslevel steigt stündlich denn ich habe nicht erst eine grobe Vorstellung…au Mann.
Wie jedes Jahr habe ich ja richtig wenig Verantwortung denn ich muss nur fuer Beulah was besorgen. Das Problem ist, ich habe ja schon alles !!!
( Meistens kauft man seinem Partner Geschenke die man kurz nach dem Fest selber benützen kann !!! )

ODER ?
Aus Montag wurde Dienstag, aus Dienstag wurde Mittwoch…und die Weihnachtsfront rückt unaufhaltsam näher.
Dann war plötzlich der Fernseher im Strandapartment kaputt. Und am Samstag kommen Leute…
Okay, das ist ja nicht so schlimm, aber der Wecker hat geklingelt. Wir müssen uns sofort um das Apartment kümmern. Plötzlich ist der Fernseher das kleinste Problem.
Der Ventilator im Haupt-Schlafzimmer geht auch nicht. Die Vorhänge müssen unbedingt ersetzt werden. Der Teppich im Wohnzimmer ist eine Katastrophe. Das Waschbecken im Bad läuft nicht richtig ab.
Ich nehme es auseinander, mach alles sauber aber krieg es nicht mehr richtig zusammen….
Okay, dann mach ich erst mal was Anderes. Vielleicht verheilt ja das Rohrwerk…
In der Küche ist der Wasserhahn verkehrt rum eingestellt. Zum Aufmachen drückt man den Hebel runter und zum Zumachen hoch. Es sollte genau andersrum sein. Ich stell das Wasser ab und reparier den Fehler. Als ich das Wasser wieder anstelle spritzt es aus allen Ecken. Ach du Scheisse….
Okay, was kann ich sonst noch reparieren ?
Drei Tage danach und tausend Euro später war unsere Wohnung besser als je zuvor.
Alles ist wieder perfekt – mit ein bisschen Hilfe vom Handwerker – und ich muss zugeben, das Strandapartment ist absolut top.
Ich bin sicher, Fabian Perl und seine Sabrina wären ganz stolz auf uns !!!!
Weihnachten ??? AU Mann, ganz vergessen….

8.12. 2017
Ja, wenn Protea Banks gut ist ist es gut. Gestern hatten wir 25m Sicht und auf der Nordseite über 70 Sandtiger. Es war wie im Paradies. Unbeschreiblich. Tony – ein alter einheimischer Taucher der jedes Jahr ein paarmal zu mir kommt – Tony und ich schauten uns nur an und schüttelten den Kopf. Unglaublich gut. Er meinte anschliessend, es sei sein bester Tauchgang überhaupt gewesen zu sein…
Um diese Jahreszeit haben wir normalerweise kaum noch eine Handvoll Raggies.
Und Gestern waren sie wo man hinschaute. Das Wasser war kalt mit 18˚ was diese Haie besonders lieben. Und wir hatten immer noch keine Strömung. Seit über zwei Wochen jetzt. Auch dies ist fuer Raggies eine bevorzugte Kondition.
Habe einen langen Film gemacht Gestern aber er ist noch nicht ganz fertig. Ideal eigentlich fuer die BOOT Messe im Januar. Mal sehen , wenn ich es schaffe will ich ihn demnächst auf meine Webseite setzen. Aber alles ist immer so endlos kompliziert mit dem scheiss Computer…..
Heute dann hat ein starker Nord-Ost Wind die Strömung wieder in die Gänge gebracht. Und gleich hatten wir drei Super-Schulen von Hammerhaien.
Der Wind hat uns dann gleich wieder nach Hause geschickt.

6.12. 2017
Ich machte heute den angeköderten Tauchgang während Steve die Nordseite tauchte.
Wir fuhren raus, das Meer war nicht rauh aber böse. Das heisst, die Wellen kamen von allen Seiten und schlugen gegens Boot. Es dauerte ewig bis wir endlich an Protea Banks ankamen.
Nach dem anködern zogen wir unsere Ausrüstung an und gingen ins Wasser. Kein Hai !!!
Ich köderte was das Zeug hielt, aber nach einer halben Stunde immer noch kein Hai in Sicht.
Boooaaar. Das hat genervt.
Nach 33 Minuten kommt dann so ein alter Schwarzspitzen Hai. Dieser räumt all die Fischstücke auf die ich ganz verzweifelt ins Wasser verteilte. Nach 10 Minuten ist er wieder weg….
Au Mann, sowas geht an die Substanz. Geschlagen kam ich wieder an Land zurück und wollte nur noch nach Hause.
Währenddessen hatte Steve mit seinen Tauchern einen Super Tauchgang an der Nordseite von Protea Banks erlebt. Sie schätzen mindestens 50-60 Sandtiger. Unglaublich fuer diese Jahreszeit.
Fuer den zweiten Tauchgang hatten wir nur noch ein Boot voll Taucher und so Überließ ich das Tauchen Steve und Spike.
Als sie zurück kamen waren alle voll auf begeistert. Ausser 50 + Raggies haben sie auch einen seltenen Marlin gesehen. Wow !! Ich gönne es allen und wäre gern auch selbst dabei gewesen….aber dann wäre der Marlin natürlich nicht gekommen…..

5.12. 2017
Ich bins mal wieder…Ich weiss, es ist hoffnungslos mit mir. Ich verspreche immer, mehr zu schreiben und dann geht es wieder Wochenlang bis ich mich melde….
Also es liegt daran, dass ich zum Einen zuviel zu tun habe und zum Anderen oft nicht in der richtigen Stimmung zum Schreiben bin.
Ich habe gemerkt, dass man so richtig Lust zum Schreiben braucht damit es unterhaltsam ist. Wenn diese Lust fehlt kommt nur blah, blah raus was keinen interessiert.
Also. Seit Mitte November war unheimlich viel Betrieb bei uns. Fast jeden Tag fuhren wir mit zwei Booten raus. Was sonst immer ein Ausnahmezustand war wurde ganz schnell zur Routine.
Zudem habe ich jeden Tauchgang mit meinem Rebreather gemacht. Ich habe das gerät, also gebrauche ich es auch. Um aber die nötige Ruhe dafuer zu finden bin ich schon um 4h30 Uhr aufgestanden und um 6h00 Uhr im Geschäft gewesen. Dort habe ich meinen Kreisler zusammengebaut, getestet und verladen.
Das Tauchen an Protea Banks in den letzten drei Wochen war alles und nichts. Wir hatten super Sicht, warmes Wasser und richtig viele Haie, und wir hatten schlechte Sicht, kaltes Wasser und ganz wenig Haie. Taucher, die lange bei uns waren wie Steffi und Dieter, Michi und Stefan, Don und Philipp, Marcel und seine Freunde haben alles erlebt was der November an Protea Banks anbietet. Hammerhaie auf der Südseite, ungewöhnlich viele Sandtiger auf der Nordseite, Bullenhaie und Schwarzspitzenhaie beim Anködern. Sagenhaft. Viele Tauchausfahrten waren verbunden mit schwerem Seegang. So mancher Tauchgast musste erst ein bisschen abgehärtet werden bevor er das Tauchen bei uns richtig geniessen konnte. Aber so ist Protea Banks.

The Great Shark Swim
Eine Gruppe absolut verrückter Schwimmfanatiker mit dem Namen Madswimmer.com wollten einen Weltrekord fuer den schnellsten 100km Schwimm im Meer aufstellen.
Irgendwie wurde ich da reingezogen. Keine Ahnung wie das zustande kam, aber die Organisatoren dachten, ich wäre dazu brauchbar. Natürlich ist sowas eine grosse Ehre und man laesst sich nicht lumpen.
So kam es, dass ich seit Monaten bei der Planung dieser Veranstaltung beteiligt war. Ich war natürlich nicht einer der Schwimmer, sondern stellte ein Boot zur Unterstützung und Sicherheit. Fuer diese intensive Planung musste ich dreimal nach Durban fahren und dreimal nach Umkomaas zu Besprechungen.
Die Madswimmer schwammen 11 Seemeilen vor der Küste in der Agulhas Strömung. Der Plan war, 3.5km pro Stunde schwimmen und 4.5km pro Stunde treiben.
Also 100km in 12-15 Stunden.
Das alles in Hai-Gewaessern weit ab von jeder vernünftigen Rettungsmöglichkeit.
Klar waren wir dabei, denn dieser Schwimm war ausser dem Weltrekord auch dazu gedacht, der Welt zu zeigen, dass Haie geschützt werden müssen und grundsätzlich fuer den Menschen nicht gefährlich sind.
Um unser Ziel zu erreichen brauchen wir natürlich gutes Wetter und starke Strömung.
Ziemlich glattes Wasser und viel Tageslicht.
Die ganze Planung hat sehr viel Zeit gekostet. Das neben der sowieso überladenen Arbeitszeit im November… Auch einer der Gründe warum ich nicht viel geschrieben habe.
Also am 1.12. war dann Pressekonferenz in Durban. Danach fuhren wir, Spike und ich wieder nach Hause. Kurz ins Bett und um Mitternacht am 2.12. fuhren wir nach Rocky Bay.
Dort trafen wir die 21 Schwimmer um 3h00 Uhr morgens. Die Boote wurden seeklar gemacht und noch bei Nacht fuhren wir los ins offene Meer.
Elf Seemeilen vor der Küste wartete unser Mutterschiff, die Angra Pequena auf unsere Ankunft. Auf dieser waren der Arzt, die Kanufahrer, der Koch und viele andere Crew Mitglieder.
Als wir um 4h30 ankamen sprangen die Schwimmer ins Wasser nur mit Badehose und Badekappe bekleidet. Und los ging der Schwimm.
Leider hatten wir überhaupt keine Strömung zu dieser Zeit. Schon seit Tagen war sie ausgeblieben, wir wussten es, aber wir mussten trotzdem damit durchziehen.
Die wahrlich tapferen Schwimmer sprangen furchtlos ins Wasser und zogen einen Arm vor den anderen.
Alle 40 Minuten troeteten wir das Signalhorn zum Nahrung fassen. Unglaublich was so eine kurze Nahrungspause ausmachte. je nachdem was die Schwimmer zu sich nahmen an Energiegetränken und Feststoffen bekamen sie immer wieder neue Kräfte.
Oft, als sie sich am Boot festhielten oder zur Nahrungsaufnahme ein paar Minuten an Bord kamen wurden sie seekrank. Manche haben echt gelitten, aber aufgegeben hat keiner.
Dann kamen die Blue Bottles….
Das ist eine Art Qualle die hier und in Australien ihr Unwesen treibt. Eine kleine Luftblase aehnlich einer Kaugummiblase mit langen Tentakeln treibt sie im Meer und sucht sich ihre Beute.
Wehe, sie berührt einen Menschen !!!
Wer von einer Blue Bottle gestochen wird ist wie stark elektrisiert. Der Schmerz ist brutal und dauert stundenlang an. Die haut schwillt und die Drüsen im Körper.
Echt, ein Kontakt mit Blue Bottles ist oberhart !!!
Mehr und mehr Schwimmer wurden gestochen. Es war wie in einem Minenfeld.
Der Arzt musste Überstunden arbeiten um die Leute zu behandeln. Und trotzdem wollten sie weiterschwimmen. Man gibt nicht auf. So ist es !!!
Nach 9 ½ Stunden wurden die Minenfelder der Blue Bottles so extrem, dass wir doch alle übrig gebliebenen Schwimmer an Bord holen mussten. Die letzten waren total geschwollen. Der Anführer hatte ein Gesicht als käme er gerade aus einer Bar-Schlägerei heraus…..
Sie schafften bis dahin 28km. Ohne Strömung. 9 ½ Stunden schwimmen. Wahnsinn.
Hätten wir die normale Agulhas Strömung gehabt, hätten sie es in knapp 15 Stunden Tageslicht geschafft ihr Ziel von 100km zu erreichen.
Als der Schlusspfiff kam wurde es Zeit, so schnell wie möglich 42km nach Shelly Beach zu fahren. Wir fuhren geradeaus in ein starkes Gewitter. Gar nicht angenehm auf einem offenen Boot…wo man sich nicht erst richtig ducken kann…
Aber wir kamen wohl behalten in Shelly Beach an und waren alle froh, dass diese Veranstaltung gut ausgegangen ist.
Ich muss sagen, es war schon eine tolle Sache und eine grosse Ehre fuer mich und Spike dabei sein zu können.
Die Madswimmer sind schon die Hammertypen. Sie schwimmen nur fuer gute Zwecke
Alle Achtung.